Die Saison 2025/2026 der FIRST LEGO League stand unter dem Motto „UNEARTHED“ und beschäftigte sich mit Archäologie, historischen Entdeckungen und modernen Technologien zur Erforschung vergangener Kulturen. Auch die LEGO AG in Neu Golm stellte sich dieser Herausforderung mit viel Engagement, Kreativität und technischem Können.
In dieser Saison gingen gleich zwei Teams für unsere LEGO AG an den Start: das Team „Experience“ mit vier Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren sowie das Team „Minions“, bestehend aus vier Mädchen und vier Jungen im Alter von 12 bis 13 Jahren.
Vorbereitung mit großem Engagement
Die Teams trafen sich über viele Monate hinweg jeden Mittwochabend in den Räumlichkeiten unserer Stiftung in Neu Golm, um gemeinsam an ihren Robotern und Forschungsprojekten zu arbeiten.
Begleitet und betreut wurden die Jugendlichen während der gesamten Saison von den Coaches Timo und Anke. Gemeinsam mit der Unterstützung engagierter Eltern halfen sie den Teams bei technischen Herausforderungen, der Vorbereitung auf die Wettbewerbe sowie bei der Entwicklung der Forschungsprojekte.
Durch ihren großen Einsatz, ihre Geduld und ihre kontinuierliche Unterstützung trugen sie maßgeblich zur positiven Entwicklung der Teams und zum Erfolg der Saison bei. Gerade während der intensiven Vorbereitungsphase und an den langen Wettbewerbstagen waren sie wichtige Ansprechpartner und Unterstützer für die Kinder und Jugendlichen.
Technik trifft Archäologie
Im Mittelpunkt der Saison stand die Verbindung von Wissenschaft, Kreativität und Technik. Neben dem Robot-Game entwickelten beide Teams eigene Forschungsprojekte rund um den Einsatz moderner Technologien in der Archäologie.
Das Team „Experience“ entwickelte ein System zur Unterstützung archäologischer Arbeiten und der digitalen Dokumentation von Funden. Die Jugendlichen konstruierten dafür einen funktionsfähigen Prototyp eines Gerätes, mit dem Artefakte zunächst gereinigt und anschließend gescannt werden können. Ziel war es, empfindliche Fundstücke möglichst effizient zu erfassen und die zugehörigen Forschungsdaten strukturiert zu dokumentieren.
Besonders bemerkenswert war dabei, dass das Team den Prototypen eigenständig entwickelte und umsetzte. Viele Bauteile wurden selbst mit dem 3D-Drucker gefertigt. Darüber hinaus übernahmen die Jugendlichen eigenständig die Verkabelung, Lötarbeiten sowie den technischen Zusammenbau des Systems. Ergänzend dazu entwickelte das Team eine eigene App, über die Informationen zu den Artefakten gespeichert und verwaltet werden können. Dazu gehören beispielsweise Daten zum Fundstück selbst, zu dessen Zustand oder zum Fundort.
Durch die Kombination aus Reinigung, Scanvorgang und digitaler Erfassung entstand ein durchdachtes System, das archäologische Arbeitsabläufe unterstützen soll. Besonders beeindruckend war dabei, wie intensiv sich die Jugendlichen mit realen Herausforderungen archäologischer Forschung auseinandersetzten und daraus ihre eigene technische Lösung entwickelten.
Auch das Team „Minions“ entwickelte eine kreative Idee für archäologische Einsätze. Die Jugendlichen konstruierten den Roboter „Grehebri“ – der Name steht für „greifen, heben und bringen“. Der Roboter wurde dafür entwickelt, in schmale Höhlen oder schwer zugängliche Bereiche vorzudringen, dort Gegenstände zu greifen und sicher in einen Behälter zu transportieren.
Zusätzlich kann „Grehebri“ den Untergrund scannen, Material abtragen und absaugen, um verborgene Gegenstände oder Artefakte aufzuspüren. Um ihr Projekt anschaulich zu präsentieren, entwickelte das Team außerdem ein kleines Schauspiel, mit dem die Funktionsweise und die Einsatzmöglichkeiten des Roboters vorgestellt wurden.
Regionalwettbewerb in Eisenhüttenstadt
Der erste große Wettbewerb der Saison fand am 23. Januar 2026 in Eisenhüttenstadt statt.
Für das Team „Minions“ war es die erste Wettbewerbssaison. Entsprechend groß war die Aufregung vor den ersten Läufen am Robotik-Tisch. Trotz der Anspannung konnte sich das Team im Verlauf des Wettbewerbs deutlich steigern und seine Leistungen von Runde zu Runde verbessern. Auch wenn die Qualifikation für die Finalrunden noch nicht gelang, sammelten die Jugendlichen wertvolle Erfahrungen und zeigten großen Teamgeist sowie viel Potenzial für kommende Wettbewerbe.
Besonders erfolgreich verlief der Wettbewerb für das Team „Experience“, das bereits in den Vorrunden konstant starke Ergebnisse erzielte und sich damit für die Finalrunden qualifizieren konnte. Dort bewies das Team erneut Konzentration, technisches Können und starke Nerven. Im zweiten Finallauf erreichte „Experience“ mit 425 Punkten das beste Ergebnis des Tages und legte damit den Grundstein für den weiteren Erfolg der Saison.
Mit diesen Leistungen gelang die Qualifikation für die nächste Wettbewerbsrunde und der Start in eine außergewöhnlich erfolgreiche Saison.
Historischer Erfolg: Erstmals Teilnahme am DACH-Finale
Nach weiteren erfolgreichen Wettbewerben setzte das Team „Experience“ seinen Weg fort und qualifizierte sich schließlich für das DACH-Finale der FIRST LEGO League in Leipzig.
Damit erreichte die LEGO AG in dieser Saison erstmals in ihrer Geschichte das DACH-Finale – ein ganz besonderer Meilenstein für das gesamte Team, die Coaches und alle Unterstützenden.
Im DACH-Finale treffen die besten Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aufeinander. Bereits die Qualifikation für dieses Finale stellte einen außergewöhnlichen Erfolg dar und war das Ergebnis monatelanger Vorbereitung, intensiver Teamarbeit und großer Leidenschaft für Technik und Robotik.
Während der gesamten Saison zeigte sich immer wieder, wie viel die Jugendlichen nicht nur technisch, sondern auch persönlich lernen konnten. Teamarbeit, kreatives Problemlösen, Durchhaltevermögen und eigenständiges Arbeiten spielten dabei eine ebenso wichtige Rolle wie das Programmieren und Konstruieren der Roboter.
Mehr als nur ein Wettbewerb
Die LEGO AG vermittelt seit vielen Jahren weit mehr als technisches Wissen. Die Kinder und Jugendlichen lernen, gemeinsam Herausforderungen zu meistern, Ideen zu entwickeln und Verantwortung innerhalb eines Teams zu übernehmen.
Die Saison 2025/2026 hat erneut gezeigt, wie viel Begeisterung, Kreativität und Engagement in den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern steckt. Wir sind stolz auf beide Teams und freuen uns bereits auf die kommende Saison.
Wie funktioniert die FIRST LEGO League?
Bei der FIRST LEGO League treten Teams nicht einfach nur mit einem fertigen Roboter gegeneinander an. Vielmehr verbindet der Wettbewerb Technik, Forschung, Kreativität und Teamarbeit.
Jede Saison steht unter einem internationalen Motto – in diesem Jahr „UNEARTHED“. Alle Teams weltweit arbeiten dabei mit demselben Grundthema und erhalten identische Aufgabenstellungen für das sogenannte Robot-Game. Dafür gibt es ein standardisiertes Spielfeld mit festgelegten Missionen, die von allen Teams gelöst werden müssen.
Die Aufgabe besteht darin, einen selbst konstruierten und programmierten LEGO-Roboter möglichst präzise über das Spielfeld zu steuern, damit dieser verschiedene Aufgaben erfüllt. Für erfolgreich absolvierte Missionen erhalten die Teams Punkte. Innerhalb eines festgelegten Zeitlimits versuchen die Teams, möglichst viele Aufgaben erfolgreich abzuschließen.
Neben dem Robot-Game gehört auch ein Forschungsprojekt zum Wettbewerb. Hier entwickeln die Teams eigene Ideen und Lösungen passend zum Saisonthema. Dabei gibt es bewusst viel Raum für Kreativität und individuelle Ansätze. Die Jugendlichen beschäftigen sich mit realen Fragestellungen und entwickeln daraus eigene technische oder wissenschaftliche Konzepte.
Bewertet werden unter anderem:
- die Leistungen im Robot-Game,
- die Qualität und Kreativität des Forschungsprojektes,
- die technische Umsetzung,
- Teamarbeit und Zusammenarbeit,
- sowie die Präsentation vor der Jury.
Dadurch geht es bei der FIRST LEGO League nicht nur um Technik oder Schnelligkeit, sondern vor allem auch um gemeinsames Lernen, kreative Problemlösung und die Entwicklung eigener Ideen.